Ich treffe Beñat über Teams: Er ist in Bilbao, ich bin in Zürich. Rund 1’000 Kilometer liegen zwischen uns, und trotzdem fühlt es sich an, als würde ich mit jemandem sprechen, der mir nah ist. Vielleicht liegt es an dem, was uns verbindet: die Freude am Laufen.

Der Kontakt kam über Stefan Bütler zustande, Co-Crew trail-maniacs Zürich und einer der allerersten KoopAI-Nutzer. Stefan dachte: Wenn künstliche Intelligenz plötzlich Trainingspläne schreiben, anpassen und Läuferinnen und Läufer coachen kann, sollten wir uns das genauer anschauen. Nicht als Produktempfehlung, sondern aus Neugier: Was verändert sich gerade im Laufcoaching?

Beñat ist kein Tech-Gründer, der zufällig im Sport gelandet ist. Sport ist schon lange Teil seines Lebens. Er ist mit Fussball aufgewachsen und ruderte später während seines PhDs in Cambridge. Seit rund zehn Jahren läuft er, zunächst vor allem auf der Strasse, heute zunehmend auf Trails. Auch deshalb, weil Laufen für ihn unabhängig von Verein, Team oder festen Trainingszeiten funktioniert. Schuhe anziehen, rausgehen, loslaufen. Das Baskenland mit seinen Bergen, Trails und Küstenlandschaften macht es ihm dabei nicht gerade schwer. In diesem Jahr plant Beñat seinen ersten Ultramarathon. Wo genau, ist noch offen. Klar ist aber: Er wird sich mit seinem eigenen Produkt darauf vorbereiten.

Der Name KoopAI ist kein Zufall. Die App ist nach Jason Koop benannt, einem renommierten amerikanischen Ultramarathon-Coach mit Sitz in Chamonix. Die Idee für die App entstand 2023, als ChatGPT plötzlich sichtbar machte, wozu generative KI fähig ist. Für Beñat war das der Moment, in dem eine Frage nicht mehr wegzuschieben war: Lässt sich hochwertiges Coaching so digitalisieren, dass es für viel mehr Läuferinnen und Läufer zugänglich wird – zu einem Preis, der nicht nur für wenige erschwinglich ist?

Auch die Verbindung zu Jason Koop war eine dieser schönen Zufallsgeschichten: eine gemeinsame Bekanntschaft, ein Gespräch, eine Idee. Ganz am Anfang standen rund 50 Interviews mit Ultrarunnerinnen und Ultrarunnern. Viele beschrieben ähnliche Erfahrungen: Trainingspläne zu erstellen kostet Energie. Sie anzupassen, wenn das Leben andere Pläne hat, kostet noch mehr Energie. Krankheit, Arbeit, Familie, Müdigkeit, Reisen, Wetter … kaum jemand trainiert im luftleeren Raum. Gleichzeitig vermissen viele Läuferinnen und Läufer eine fachliche Einschätzung: War das zu viel? Zu wenig? Wie passe ich meine Woche sinnvoll an?

Viele hätten gerne einen Coach, aber die Kosten stehen im Weg. Und selbst Coaches wie Jason Koop haben keine unbegrenzten Kapazitäten. Grund genug für Beñat, die Idee eines klassischen Bürojobs hinter sich zu lassen und seine Energie in ein Coaching-Tool zu stecken, das echtes Expertenwissen breiter zugänglich machen soll.

Inzwischen arbeitet Beñat nicht mehr allein daran. Seit 2025 ist auch Gasper Kmetic aus Slowenien Teil des Teams. Die beiden lernten sich in einem Surf House in Portugal kennen und arbeiten heute beide Vollzeit an KoopAI. Auch Coach Ryne Anderson bringt sich seit einiger Zeit in das Projekt ein. Das Ziel des Unternehmerteams ist klar: Sie möchten so vielen echten Ultramarathonläuferinnen und -läufern wie möglich Zugang zum Tool geben und es mit deren Input laufend weiterentwickeln.

Was KoopAI besonders macht: Die App basiert auf der Methodik von Jason Koop, dessen Coaching-Ansatz sich in der Praxis bewährt hat. Ziel ist es, den Nutzerinnen und Nutzern einen Service zu bieten, der dem Coaching durch Koop als Mensch möglichst nahekommt. Dafür wurden zentrale Teile seiner Coaching-Praxis automatisiert und daraus ein KI-Coach aufgebaut. Bücher, Artikel, Podcasts, Trainingsprinzipien, Beobachtungen aus der Coaching-Praxis und Feedback aus der Community fliessen alle in das Tool ein. Die Nutzerinnen und Nutzer sind unter anderem über Slack miteinander vernetzt und helfen mit ihren Fragen und Erfahrungen dabei, die App weiter zu verbessern. 

Natürlich ist KoopAI nicht allein auf dem Markt. KI für Coaching-Aufgaben ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Es gibt Apps wie Runna, inzwischen von Strava übernommen, oder Kotcha, die Kilian Jornet als sehr prominentes Aushängeschild an Bord geholt hat. Und auch ChatGPT oder Claude können heute schon erstaunlich brauchbare Trainingspläne erstellen. Die Frage ist also nicht, ob KI im Coaching ankommt. Die Frage ist vielmehr: Welche Qualität steckt dahinter – und wie nah ist sie an der Realität von Läuferinnen und Läufern?

Bei KoopAI scheint die Antwort stark über die Community zu laufen. Das Tool soll so gut werden, dass es sich vor allem über Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet. Und das scheint zu funktionieren: Laut Beñat haben sich die Nutzerzahlen in den letzten sieben bis acht Monaten vervierfacht – darunter auch einige trail-maniacs, wie Julius Adorf und Stefan Bütler.

Ist KoopAI nur etwas für Ultrarunnerinnen und Ultrarunner? Eigentlich ja. Im Moment fokussiert sich das Tool auf Ultrarunnerinnen und Ultrarunner, die sich auf Wettkämpfe vorbereiten möchten. Die Idee, künftig auch die weitere Trailrunning-Community anzusprechen, ist aber da. Stay tuned.

Wie sieht die Zukunft des Coachings aus? Beñat ist überzeugt: Menschliche Coaches werden nicht durch KI ersetzt. Die menschliche Verbindung, das echte Gegenüber, das feine Gespür für Nuancen – das kann keine Maschine übernehmen. Aber KI kann Menschen Zugang zu gutem Coaching ermöglichen, die sich bisher keinen persönlichen Coach leisten konnten oder noch nicht den richtigen Weg dorthin gefunden haben.

Beñat schickt Grüsse an die trail-maniacs Community: «Unsere Mission ist es, Elite-Coaching für alle zugänglich zu machen – beginnend mit dem Ultrarunning. Wenn du bereit bist, von Experten-Coaching zu profitieren, werde Teil der KoopAI-Familie. Wir unterstützen dich auf jedem Schritt deines Weges und verbinden dich mit unserer Community.»

Möchtest du KoopAI selbst ausprobieren? Über diesen Link kannst du das Tool zwei Wochen kostenlos testen und die Testphase weitere 2 mal um eine Woche verlängern: KoopAI. Sollte Dir das nicht reichen, bietet Beñat uns sehr unkompliziert eine Verlängerung an, einfach eine Mail an den Support schicken. Ist doch nett, oder?


Viel Spass!