Es ist Mittwoch, Mitte August. Die Sonne brennt, die Luft steht, und die WhatsApp-Gruppe der Trail-Sisters läuft heiss: «Wer kann am Donnerstag die Leitung übernehmen?“ Die eine krank, die anderen verreist – und die einzige, die noch übrig bleibt, winkt auch ab: „Ich bin bei der Hitze bewegungsunfähig … kann also auch nicht.“

Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Endlich – ich bin nicht die Einzige, die bei dieser Bullenhitze in die Knie geht.

Eine kleine Blitzumfrage bei den Trail-Maniacs bringt’s ans Licht:

  • 41 Stimmen: „Dann geh ich’s halt langsam an.“
  • 17 Stimmen: „Ich renne bei jedem Wetter, macht mir nichts.“ (echt jetzt?)
  • 12 Stimmen: „Über 30 Grad? Läuft bei mir gar nichts mehr.“ (uff, danke 🙌)
  • 5 Stimmen: „Je heisser, desto besser!“ (😳 gibt’s wirklich …)

So unterschiedlich sind wir also unterwegs.

Patricia & Hari – zwei Extreme unter einem Dach

Besonders spannend: Präsidentin Patricia und ihr Mann Hari haben komplett gegensätzlich abgestimmt. Also nachgehakt: „Wie macht ihr es dann? Teilt ihr euch auf? Oder macht dann was anderes zusammen?“

Patrizia: „Haha, witzig! Hari ist ein Kamel. Er braucht nichts zu trinken, nichts zu essen, verträgt Hitze, Kälte … einfach ein robuster Knochen. 😜🤣
Ich selber plädiere bei Hitze lieber für den Thunersee als für Sport am Mittag oder Abend. Am besten geht noch Rennradfahren: Hari tritt vorne, ich profitiere vom Windschatten – und bekomme gleich die Schweissdusche gratis nach hinten geliefert. 🫣😂“

Team „Heiss ist geil“ – Rainer

Auch Rainer Pullirsch zählt zu den vier in der „je heisser desto lieber“-Fraktion.
Per Sprachnachricht erzählt er, wie er die letzte Hitzewelle fast ein bisschen wehmütig verpasst hat – Arm kaputt (schnelle Besserung!). Bei ihm sind eher die kalten Temperaturen das Problem: schon im einstelligen Bereich frieren die Hände, was sogar Essen und Trinken schwierig macht.
Aber auch er sagt klar: bei hohen Temperaturen läuft man nicht mehr gleich. Sein kleiner Trost: andere, teils deutlich Jüngere, brechen früher ein als er.

Wetter als Ausrede 😉

Christian Kupke hat noch mal einen anderen Ansatz:„Das Wetter ist meine ultimative Ausrede, wenn ich mal nicht laufen will: zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken, zu normal … 😉“

Darauf Julius Adorf: „100% Christian!! So ist es.
Wetter wirkt immer schlimmer, solange man noch drinnen sitzt.
Aber sobald man mit den Schuhen vor der Türe steht – wer denkt dann noch ans Umdrehen? ⛱️
Es braucht nur diesen einen Schritt. Mehr nicht.
Aber dieser eine Schritt ist eine Kunst, die ich definitiv weiter üben darf 👋.“

Sicher trailen bei 30 Grad plus

So oder so: Wenn wir bei Hitze auf die Trails gehen, gilt’s ein paar Dinge zu beachten – damit aus „mad“ nicht „gefährlich“ wird:

  1. Timing: Frühmorgens oder spätabends laufen. Die Mittagshitze unbedingt meiden.
  2. Schatten suchen: Trails im Wald sind deine besten Freunde. Offene Wiesenwege oder Südflanken können warten.
  3. Tempo anpassen: Vergiss Bestzeiten. Dein Puls geht schneller hoch – also lieber locker traben.
  4. Genug trinken: Schon vorher gut hydrieren, unterwegs kleine Schlucke. Und: Salz & Elektrolyte nicht vergessen.
  5. Leichte Kleidung: Helle, atmungsaktive Stoffe, Kappe oder Buff. Sonnenschutz ist Pflicht. Ein Tipp: das Käppi auch zwischendurch nass machen, kühlt noch besser.
  6. Körper hören: Kopfschmerzen, Schwindel, Gänsehaut bei Hitze = Warnsignale! Lieber abbrechen als kollabieren.

Ob „Kamel“, „Schattensucher:in“ oder „Ausredenprofi“ – wir Trail-Maniacs sind ein bunter Haufen.
Und genau das macht’s aus: Wir motivieren uns gegenseitig, die Trails zu geniessen – egal ob bei Sahara-Hitze oder Herbstnebel.

Und bald, ja bald, kommen sie wieder: die moderaten Temperaturen. Halleluja.