Ostern steht vor der Tür, die Tage werden länger, und viele denken: „Der Winter ist durch, Zeit für Frühlingsläufe!“ Doch gerade in höheren Lagen kann das Wetter schneller umschlagen, als dir lieb ist – und wer darauf nicht vorbereitet ist, kann sich in eine richtig unangenehme Situation bringen.

Wenn du in den Bergen oder generell unter wechselhaften Bedingungen läufst (eigentlich gilt das immer 😉), solltest du nicht nur daran denken, was du zum Laufen brauchst, sondern vor allem: Was brauchst du, falls etwas schiefgeht?

Grundregel: Wenn du während deines Laufs mit all deinen mitgebrachten Klamotten läufst, dann hast du nicht genug dabei!

Überleg dir mal das Worst-Case-Szenario: Wo könntest du dich verletzen, sodass du dich nicht mehr bewegen kannst? Ein zugiger Grat, ein schattiges Tal, strömender Regen, plötzlicher Schneefall, eisiger Wind? Und was brauchst du, um dort mindestens 30 Minuten ohne ernsthafte Erfrierungen oder andere bleibende Schäden durchzuhalten? Es geht nicht darum, es in dieser Zeit gemütlich zu haben – es geht darum, bis zur Rettung nicht in ernsthafte Gefahr zu geraten.

Natürlich ist das eine Faustregel. Bei einem Rennen oder in der Nähe der Zivilisation kannst du vielleicht mit weniger auskommen als in einer abgelegenen alpinen Region. Aber verlass dich nicht darauf, dass andere für dich mitdenken! Die könnten nämlich genau denselben Fehler gemacht haben.

Die besten Sicherheits-Investitionen

Falls du jetzt denkst: „Okay, was nehme ich mit?“ – hier ein paar kleine Dinge mit grosser Wirkung:

✔ Eine Rettungsdecke – winziges Packmass, kann aber dein Leben retten

✔ Eine leichte Windjacke – hält dich trocken und schützt vor Auskühlung

✔ Eine warme Mütze – Kopf warm, Körper wärmer

✔ Ein Ersatzshirt (idealerweise Thermo) – wer nass ist, kühlt blitzschnell aus

✔ Eine lange, ultraleichte Hose – wiegt fast nichts, hält aber im Notfall richtig warm

✔ Ein Bivy Sack (Notbiwaksack) – damit kannst du auch stationär länger als 30 Minuten ausharren

Und falls du meinst, das sei nur Theorie: Anfang des Monats trafen wir beim CRUX einen Läufer, der sich an der schlimmsten Stelle die Schulter auskugelte – 50 km/h Nordwind, Minusgrade, komplett ungeschützt. Vor Schmerzen brauchte er mehrere Minuten, um sich nur 100 Meter in den Windschatten zu retten. Zum Glück war er gut ausgerüstet – lange Kleidung plus Windjacke. Andere an diesem Tag waren deutlich leichter unterwegs… hätte es einen von ihnen erwischt, wäre die Situation noch kritischer gewesen.

Mit dieser Liste bist du für jedes Wetter gewappnet – und kannst den Osterlauf geniessen, ohne ins Bibbern zu geraten!